Spinnen im Garten - harmlose & nützliche kleine Räuber


Wichtige Nützlinge im Garten sind wegen ihrer Fraßleistung die Spinnentiere. Auf ihrem Speiseplan stehen Fliegen, Mücken, geflügelte Blattläuse und andere kleine Insekten.

Jeder umweltbewusste Hobbygärtner sorgt in seinem kleinen Reich für ein natürliches Gleichgewicht. Er greift daher nicht gleich zur chemischen Keule, sondern setzt Schädlingspopulationen natürliche Feinde entgegen. Wichtige Nützlinge im Garten sind wegen ihrer Fraßleistung die Spinnentiere. Auf ihrem Speiseplan stehen Fliegen, Mücken, geflügelte Blattläuse und andere kleine Insekten.

Spinnen sind äußerst anpassungsfähig und fruchtbar. Statistisch betrachtet, können auf einem Hektar Wiese sechs Millionen Spinnen leben. Um sie im Garten zu fördern, reicht es, ihre Netze in Ruhe zu lassen und ihre Gelege (Kokons) nach Möglichkeit zu schonen.

Spinnen sind Flüchter

Leider genießen Spinnen zu unrecht einen schlechten Ruf. Man ekelt sich vor ihnen und Arachnophobie, die Angst vor Spinnen, ist in unseren Breitengarden viel weiter verbreitet als die Zahl jener Spinnenarten, vor denen man sich fürchten müsste. Denn, obwohl Spinnen ihre Beute mit Gift „essfertig“ machen, sind die meisten unserer heimischen Arten für uns Menschen völlig harmlos. Sie können mit ihren Kiefernklauen nicht einmal unsere Haut durchdringen.

Lediglich die fallweise aus südlichen Regionen einwandernde und relativ selten vorkommende Dornfingerspinne sowie die Wasserspinne können mit ihrem Biss Rötungen und Entzündungen verursachen - vergleichbar etwa mit einem Wespenstich. Von „mörderischen Spinnenmonstern“, wie in der Boulevardpresse in sommerlichen „Saure-Gurken-Zeiten“ regelmäßig zu lesen ist, kann daher absolut keine Rede sein!

Spinnen sind „Fluchttiere“, die viel mehr Angst vor uns Menschen haben als wir vor ihnen. Bei Gefahr stellen sie sich zumeist tot. Und kommt ein Mensch ihrem gesponnenen Kunstwerk zu nahe, zieht sich die Spinne von ihrem Netz blitzartig in ein nahes Versteck zurück.

Spinnen als „Haustiere“

In anderen Gegenden der Welt weiß man die Gegenwart von Spinnen mehr zu schätzen. Die Amazonas-Indianer etwa halten sich Spinnen sogar als „Haustiere“. Und das sind größenmäßig ganz andere „Kaliber“ als die hierzulande vorkommenden Arten. Indianer schützen sich mit ihren achtbeinigen Haustieren vor Malaria, weil die Spinnen die Mücken fressen, die diese Krankheit übertragen.

Spinne am Morgen...

Bekanntlich hat’s auch der Aberglaube mit den Spinnen: Die Redensarten „Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen“ oder „Spinne am Abend erquickend und labend“, beziehen sich nicht, wie fälschlicherweise sehr oft angenommen wird, auf die Spinnentiere, sondern auf die Tätigkeit des Spinnens von Wolle.

In ärmeren Schichten mussten die Frauen früher bereits zeitlich am Morgen mit dem Spinnen beginnen, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. In begüterten Kreisen hingegen galt das Spinnen am Abend als schicker und angemessener Zeitvertreib für die Damen.